01. Februar 2026 / Autor: / Kategorie: Herren 1, Spielberichte

Anstatt auf der heimischen Couch gemütlich das EM-Finale zwischen Deutschland und Dänemark zu verfolgen, war die SG Kempten-Kottern am Sonntagabend beim TuS Fürstenfeldbruck II gefordert. Die Auswärtsaufgabe stellte die Allgäuer wie erwartet vor eine Herausforderung. In einem über weite Strecken körperbetonten und umkämpften Bezirksoberliga-Spiel setzten sich die Gäste am Ende dennoch verdient mit 34:27 durch und behaupten damit ihre makellose Saisonbilanz. Dabei zeigte das Team keineswegs seine beste Leistung, überzeugte jedoch durch Abgeklärtheit und die Fähigkeit, auch schwierigere Spielphasen zu überstehen.

Bereits mit dem Anpfiff entwickelte sich eine intensive Partie, in der beide Teams mit viel Physis agierten. Gegen die körperbetonte Abwehr der Hausherren fanden die Allgäuer zunächst keine zuverlässigen Lösungen. Immer wieder geriet der Spielfluss ins Stocken, klare Durchbrüche waren Mangelware und auch im Tempospiel fehlte phasenweise die letzte Konsequenz. Dennoch gelang es der SG, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und den Spielstand zunächst ausgeglichen zu gestalten. In der Defensive arbeitete die Mannschaft des Trainerduos Hofele/Mazur über weite Strecken ordentlich und konnte sich in den entscheidenden Momenten wie gewohnt auf Keeper Frieder Mari verlassen. Lediglich Tim Ruhwandel, dem herausragenden Akteur der Brucker Panther, gelangen zahlreiche Durchbrüche und Treffer. Wirkliche Spannung sollte trotz des relativ ausgeglichenen Spielstandes aber nie aufkommen, da man doch merkte, dass die Illerstädter in der Breite besser besetzt waren und so im Laufe der Partie deutlich variabler agieren konnten. So konnte sich etwa einmal mehr A-Jugend-Talent und Geburtstagskind Laurenz Schroeder beweisen, der Mitte der ersten Halbzeit meist nur durch 7-Meter-würdige Fouls zu stoppen war.  Mit einer 17:13-Führung aus Sicht der SG ging es in die Halbzeitpause. 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst zerfahren. Die SG tat sich weiterhin schwer, ihr gewohntes Tempospiel aufzuziehen und ließ in einigen Situationen die nötige Konzentration im Abschluss vermissen. Fürstenfeldbruck blieb dadurch ergebnistechnisch in Schlagdistanz. Mit zunehmender Spielzeit machte sich dann die größere Abgeklärtheit der Gäste bemerkbar. Während Fürstenfeldbruck dem hohen physischen Aufwand Tribut zollen musste, nutzten die Blau-Roten kleinere Unaufmerksamkeiten konsequent aus. Zwischenzeitlich zog die SG das Tempo an, setzte sich erstmals deutlicher ab und ließ nun keine Zweifel mehr am Ausgang der Partie aufkommen. Mit verantwortlich für eine vergleichsweise entspannte Schlussphase war auch der 17-jährige Nachwuchstorwart Pablo Weikl-Sanchez, der gleich drei 7-Meter in Folge parieren konnte. Als das äußerst souveräne Schiedsrichtergespann Börkey/Herz die Begegnung beim Stand von 27:34 beendet hat, ging es für beide Teams schnell auf die Tribüne, um zumindest noch die zweite Hälfte des EM-Finales gemeinsam auf der Leinwand zu verfolgen. 

Dass Deutschland dieses verlor, war für die Kemptner Trainer in Anbetracht des eigenen Auswärtserfolgs letztendlich zu verschmerzen: „Unterm Strich war es kein spielerischer Glanzauftritt, aber wir sind wahnsinnig froh, dass wir diese schwierige Aufgabe hier gemeistert haben. Wir haben gezeigt, dass wir in engen und physischen Begegnungen ruhig bleiben und uns auf unsere Routinen verlassen können. Hier ist ein klarer Reifeprozess unseres Teams feststellbar.“ 

Mit dem Erfolg bleiben die Allgäuer weiterhin ungeschlagen und festigen ihre Position an der Tabellenspitze. Da am selben Abend der bis dato Tabellenzweite Würm-Mitte in Gröbenzell verlor, benötigt die SG nun noch drei Siege in ihren verbleibenden sieben Partien, um die Meisterschaft rechnerisch fix zu machen. Der ersten dieser Siege wollen die SG’ler am liebsten schon kommenden Samstag einfahren, wenn um 20:00 Uhr der TSV Herrsching II in der heimischen Westendhalle gastiert.

Für die SG spielten:

Frieder Mari (TW, 1), Pablo Weikl-Sanchez (TW), Simon Bareth (10/9), Laurenz Schroeder (1), Luis Barmetler, Simon Pfeiffer, Manuel Müller (5), Maximilian Bartalis (2), Hannes Kasper (2), Paul Poth (2), Lukas Bareth (4), Noah Huber (2), Daniel John (5)



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