07. Dezember 2025 / Autor: SG Kempten-Kottern / Kategorie: Damen
SG Kempten-Kottern 1 – TSV Mindelheim 34:32 (16:15)
Am vergangenen Samstagabend zur Primetime traten die bisher ungeschlagenen Teams der Bezirksliga aufeinander: die SG Kempten-Kottern 1 (8:0 Punkte), die ihre makellose Bilanz unbedingt verteidigen wollte, und der TSV Mindelheim (9:1 Punkte), der mit breiter Brust und starkem Kader angereist war. Die SG musste auf Rückraumspielerin Fiona Schubel verzichten, die sich im Spiel gegen Pfronten verletzt hatte und nun mehrere Wochen ausfällt.
Die Partie begann aus Sicht der Gastgeberinnen denkbar ungünstig. Die SG zeigte ungewohnte Nervosität, leistete sich technische Fehler und fehlende Konsequenz im Abschluss und im Abwehrverbund. Mindelheim nutzte diese Unsicherheiten eiskalt aus und setzte sich schnell verdient auf 7:3 ab (11. Minute). Die Körpersprache der Heimdamen war verhalten, das Abwehrzentrum agierte zu passiv und im Angriff fehlte die nötige Tiefe.
Doch dann folgte ein beeindruckender Ruck durch die Mannschaft. Die jungen Spielerinnen Marisa Schroeder, Laura Richter und Maya Janser brachten Dynamik, Mut und Spielfreude ins SG-Spiel zurück. Innerhalb weniger Minuten kämpften sich die Gastgeberinnen Tor um Tor heran und glichen in der 14. Minute zum 7:7 aus. Das Momentum war zurück.
Eine darauffolgende Auszeit wurde genutzt, um deutliche Worte zu finden. Vor allem die mangelnde Bereitschaft in der Abwehr wurde sehr kritisiert. Nur mit deutlich mehr Aggressivität und Laufbereitschaft würde man die starken Mindelheimerinnen in den Griff bekommen. Nur Torhüterin Sophie Mazur war zu diesem Zeitpunkt hellwach und hielt die Mannschaft mit mehreren sehenswerten Paraden im Spiel.
Die klare Ansprache verpuffte jedoch zunächst. Wieder kassierte die SG zwei schnelle Gegentore (8:10, 18. Minute). Doch nun zeigte die Mannschaft erstmals an diesem Abend ihr wahres Gesicht: Allen voran Neele Osterhaus übernahm in der Defensive die Führung, dirigierte ihre Mitspielerinnen und setzte mit kompromisslosen Zweikämpfen die Impulse, die das Team brauchte. Zudem wurde Mindelheims starke Rückraumspielerin Cosima Eckermann in konsequente Einzeldeckung genommen – das sollte Wirkung zeigen.
Die Partie gestaltete sich aber trotzdem ausgeglichen da auch Mindelheim keine Schwäche zeigte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte Maya Janser ein wichtiges Zeichen für die Moral und traf zur 16:15-Führung.
Die SG kam hochkonzentriert aus der Kabine. Mit klugen Antizipationen in der Abwehr erzwangen sie Ballgewinne die mit hohem Tempo nach vorne in schnelle Tore umgemünzt wurden. Verdient erspielte sich die Heimmannschaft eine 22:18-Führung (36. Minute).
Doch anstatt souverän weiterzuspielen, schlichen sich plötzlich Unkonzentriertheiten ein: überhastete Abschlüsse, technische Fehler und eine wieder nachlassende Abwehrarbeit machten die Vier-Tore-Führung zunichte. Mindelheim bedankte sich und glich zum 22:22 aus (39.), wenig später gingen die Gäste sogar erneut in Führung. Das Spiel drohte zu kippen.
Aber die SG bewies eindrucksvoll Moral. Torhüterin Mazur zeigte erneut ihre Klasse und parierte mehrere freie Würfe. In der Abwehr hielt Osterhaus ihre Mitspielerinnen mit klaren Ansagen und starkem Stellungsspiel zusammen. Im Angriff übernahm nun Laura Schneider vermehrt Verantwortung und setzte mit entschlossenen Abschlüssen wichtige Akzente. Auf der Mitte lenkte Isa Wendl mit Übersicht und Ruhe das Spielgeschehen und hielt die Angriffe strukturiert.
In der 50. Minute dann der nächste Wendepunkt: Mindelheims Toptorschützin Bernadette Moser sah nach einem Foul an der unermüdlich kämpfenden Riya Sachs die Rote Karte. Die SG nutzte die numerische und emotionale Überlegenheit aus. Beim Stand von 32:30 in der 57. Minute versuchten die Gäste mit einer offensiven Einzeldeckung noch einmal alles, doch die SGlerinnen blieben fokussiert, spielten konzentriert zu Ende und wahrten die Ruhe. Kurz darauf hallte der erlösende Schlusspfiff durch die Halle: Mit 34:32 entschieden die Gastgeberinnen ein temporeiches, faires und qualitativ hochwertiges Bezirksliga-Spiel für sich.
Die SG Kempten-Kottern 1 zeigte gegen den TSV Mindelheim großen Kampfgeist, Nervenstärke und taktische Disziplin. Nach diesem Sieg sind sie nun die einzig verlustpunktfreie Mannschaft in der Liga.
Trainer Tobias Rietzler nach dem Spiel: Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben ein intensives Spiel auf Augenhöhe erwartet und genau das bekommen. Nachdem die Anfangsnervosität weg war, haben wir gezeigt, dass wir auch ein Spiel auf diesem Niveau mit Kampf und Qualität am Ende für uns entscheiden können.
Im Einsatz waren:
Sabine Göhl (2), Isabel Picon (2), Laura Schneider (10/2), Maya Janser (4), Merle Stadelmann, Riya Sachs (4), Isabel Wendl (2), Fräni Dreier, Laura Richter (2), Maria Schroeder (5) Lily Wabersich und Katharina Schmitt und Sophie Mazur im Tor