07. Dezember 2025 / Autor: / Kategorie: Herren 1, Spielberichte

Unter der Führung von Kapitän Simon Bareth erkämpften sich die Illerstädter einen hart erarbeiteten Auswärtssieg in Partenkirchen. 

Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bereitete dem Trainerteam einige Kopfschmerzen. Beide Bareth-Brüder gingen gesundheitlich angeschlagen ins Spiel. Vor allem Kapitän Simon Bareth wusste nicht, ob er überhaupt spielfähig sein würde. Außerdem spielte die A-Jugend am selben Tag ein anspruchsvolles Auswärtsspiel in Erlangen. So war trotz vollem Kader nicht klar, wie viele Körner die einzelnen Spieler wirklich haben würden. 

In der Kabine mahnte Trainer Hofele, dass dieses Spiel gefährlich werden könne, wenn man nicht von Minute eins an mit hundertprozentiger Einstellung ins Spiel gehe. Zwischen den beiden Topspielen gegen Würm-Mitte und Weilheim schien Partenkirchen ein einfacher Gegner zu sein. 

Doch von Beginn an zeigte sich, dass die mahnenden Worte berechtigt waren. Vor allem in der Defensive konnten die Kemptner in der kompletten ersten Hälfte nie zu ihrem Spiel finden. Viele verlorene Zweikämpfe und die mangelnde Bereitschaft, gemeinsam zu verteidigen, luden die Heimmannschaft immer wieder zu Toren ein. So stand nach zwei Minuten ein 3:0 auf der Anzeigetafel. 

In der Folge waren es vor allem ein solides Tempospiel und die überlegene individuelle Klasse im Angriff, die den Spitzenreiter im Spiel hielten. In der 12. Minute war das Spiel beim Stand von 9:9 wieder ausgeglichen, bevor der Gastgeber erneut mit drei Toren in Führung gehen konnte. Auch die zwischenzeitlich vorgenommene Umstellung von einer 6:0-Abwehr auf eine offensivere 3:2:1-Abwehr brachte nicht die gewünschte Stabilität. Dafür fehlten einige Prozent Leidenschaft, Emotion und Willen. Zwei Tore kurz vor der Halbzeit sorgten schließlich dafür, dass der Spitzenreiter nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gehen musste. 

Vor allem die mangelnde Leistungsbereitschaft in der Abwehr wurde in der Kabine angesprochen. Doch auch der zweite Durchgang begann nicht im Sinne der Gäste. Nur dank Torhüter Simon von Rützen konnte das Spiel schnell gedreht und zumindest eine Ein-Tor-Führung erzielt werden. Zwei überragende Paraden kaschierten die bis dahin immer noch mangelnde Abwehrarbeit. Erst eine strittige rote Karte in der 38. Minute gegen Lukas Bareth schien wie ein Weckruf zu funktionieren. Erst danach begannen die Männer aus der Allgäumetropole mit richtigem Abwehrspiel. Zu viele verworfene Großchancen – darunter vier Tempogegenstöße – und technische Fehler verhinderten, dass man sich früher absetzen konnte. Aber immerhin waren jetzt Emotionen und Wille in der Abwehr zu sehen, und auch Torhüter Simon von Rützen konnte immer wieder wichtige Akzente setzen. So konnte man sich bis zur 45. Minute auf drei bis vier Tore absetzen. Als dann noch der Abwehrverbund des Heimteams durch die dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte für Thomas Bräu geschwächt wurde, konnten die Allgäuer das Spiel für sich entscheiden. Angetrieben vom offensiv überragenden Kapitän Simon Bareth, der trotz Krankheit 19 Tore erzielte, setzten sie sich Schritt für Schritt ab und erzielten am Ende in einem hitzigen Spiel einen 28:36-Auswärtserfolg. 

Das deutliche Ergebnis passt nicht zum Spielverlauf und zur stark aufspielenden Heimmannschaft, die dank der tollen Kulisse lange an einer Überraschung schnuppern durfte. 

Schade, dass das erste Tor von Dominik Willim im Herren-1-Kader nicht korrekt erfasst wurde. Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Einstand und zu einem guten Spiel in der BOL!

Abwehrspieler Lukas Nieß mahnte nach dem Spiel in der Kabine: „Wir müssen unsere Einstellung ändern und in Zukunft alle Spiele von Anfang an wie eine Spitzenmannschaft angehen. Wir können uns nicht immer auf unsere individuelle Klasse verlassen und darauf, dass wir die Spiele am Ende noch umbiegen. Das wird irgendwann nach hinten losgehen.“ 

Trainer Hofele ergänzte: „Am Ende mussten wir uns fast bei den Schiris für die rote Karte bedanken. Erst ab da haben wir es geschafft, unser Spiel in der Abwehr auf die Platte zu bringen. 17 Gegentore in der ersten Halbzeit sind gegen jeden Gegner inakzeptabel. Hier fehlen einfach einige Prozent an Emotion und Wille!”

Trotz der durchwachsenen Leistung bleibt die weiße Weste fleckenfrei, bevor es nächsten Samstag ins letzte Spiel der Vorrunde gegen das Top-Team aus Weilheim geht. Dort gilt es, vor allem defensiv wieder mehr Zähne zu zeigen, um mit breiter Brust in die kurze Weihnachtspause gehen zu können. 

Es spielten: Frieder Mari, Simon von Rützen (beide Tor), Simon Bareth (19/6), Laurenz Schröder, Lukas Nieß, Luis Barmetler, Simon Pfeiffer, Max Seeholzer (1), Manuel Müller (2), Maximilian Bartalis, Hannes Kasper (1), Paul Poth, Lukas Bareth (3), Noah Huber (3), Dominik Willim, Daniel John (7/1)



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