01. März 2026 / Autor: Max Beutlrock / Kategorie: Herren 1, Spielberichte
17 Siege aus 17 Spielen konnten die Herren der SG Kempten-Kottern im Verlauf der bisherigen Bezirksoberliga-Saison einfahren. Diese makellose Bilanz sorgte dafür, dass die Kemptener bereits am fünftletzten Spieltag die erste Chance hatten, um den Meistertitel und damit den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga rechnerisch perfekt zu machen.
Die Aufgabe hierfür war klar: Gegen die HSG Isar-Loisach musste am Samstagabend in der heimischen Westendhalle mindestens ein Punkt geholt werden. Auf dem Papier lag die Favoritenrolle klar auf Seiten der SG. Die Gäste, die sich vor Saisonbeginn deutlich mehr ausgerechnet haben und sich im Rahmen eines gemeinsamen Vorbereitungsturniers mit einem Augenzwinkern vorgenommen hatten, den Allgäuern das Titelrennen möglichst lange spannend halten zu wollen, rangieren mit einem Punktestand von 18:14 nur auf dem sechsten Tabellenrang. Dennoch waren die Illerstädter gewarnt. Die meisten Minuspunkte sammelte Isar-Loisach nämlich in einer durchwachsenen Hinrunde und konnte zuletzt aber zahlreiche deutliche Achtungserfolge einfahren. Deshalb wurde die Woche nicht nur für die Planung möglicher Meisterfeierlichkeiten, sondern vor allem auch intensiv für die spielerische Vorbereitung auf den kommenden Gegner genutzt.
Die Mannschaft traf sich zur Einstimmung bereits einige Stunden vor dem Spiel und als sich die Halle dann auch mehr und mehr mit Zuschauern füllte, bis pünktlich um 20:00 Uhr jeder Platz belegt war, war alles angerichtet für einen unvergesslichen Handballabend. Dass die Hausherren keinerlei Spannung aufkommen lassen wollten, machten sie dabei von Beginn an deutlich. Mit viel Fokus und Leidenschaft konnte sich das Team des Trainergespanns Felix Hofele und Steffen Mazur bereits nach 10 Minuten auf 9:4 absetzen. Die Gäste aus Isar-Loisach fanden kaum Lösungen gegen die Kemptner Abwehrreihe und konnten auch das hohe Tempo der SG zu keinem Zeitpunkt mitgehen. Lediglich eine ausbaufähige Abschlussquote verhinderte in Durchgang 1 eine noch deutlichere Führung. Dennoch war beim Pausenstand von 21:12 den meisten Beteiligten klar, dass die Keko-Herren nur noch weitere 30 Minuten vom erträumten direkten Wiederaufstieg entfernt waren.
Direkt nach dem Seitenwechsel sahen die Zuschauer ein ähnliches Bild wie vor der Pause. Die über die komplette Saison überragende Rückraumachse, bestehend aus den Brüdern Simon und Lukas Bareth sowie Daniel John, erzielte auch heute reihenweise sehenswerte Treffer oder setzte ihre Nebenleute gekonnt in Szene. Durch geschickte Wechsel konnten sich ebenso wieder einmal die Nachwuchskräfte beweisen, die sich innerhalb der Saison zunehmend zu wichtigen Stützen des Herren-1-Kaders entwickelt haben. Eine schöne Randnotiz stellt die Tatsache dar, dass alle aktiven Feldspieler ein Tor beisteuerten und auch die Langzeitverletzten als Offizielle im Spielbericht eingetragen werden und sich so im Meisterteam verewigen konnten. Im Verlauf der zweiten Hälfte merkte man nun, dass die Spannung langsam abfiel und der Vorfreude auf die bevorstehende Meisterfeier wich. Dies schadete dem Geschehen auf dem Feld aber nur bedingt, da sich dadurch ein gefälliges Handballspiel mit gelungenen Aktionen auf beiden Seiten entwickelte. Der Spielstand war zwischenzeitlich aufgrund der nach wie vor großen Deutlichkeit nur noch Nebensache. Stattdessen feierte der blau-rote Fanblock mit lautstarken Gesängen jede gelungene Aktion der Akteure und verwandelte die Westendhalle so in einen Hexenkessel, der einer Meisterfeier schon während des laufenden Spiels würdig war.
Als das Schiri-Duo die Partie beim Stand von 43:29 beendete, lagen sich schnell sowohl die glücklichen Spieler als auch die feierwütigen Fans in den Armen. Ein letzter Jubel brandete auf der Tribüne auf, als verkündet wurde, dass die frisch gekrönten Meister insgesamt 18 Kisten Freibier, eine für jedes bis dahin gewonnene Spiel, organisiert haben. Einer feucht-fröhlichen Aufstiegsparty stand somit nichts mehr im Weg. Dass die SG’ler nämlich nicht nur meisterlich spielen, sondern ebenso meisterlich feiern können, war zwar schon davor kein Geheimnis, wurde im weiteren Verlauf des Abends und gerüchteweise sogar noch den ganzen Sonntag lang jedoch abermals unter Beweis gestellt.
Für die SG holten die Meisterschaft:
Frieder Mari (TW), Pablo Weikl-Sanchez (TW), Simon von Rützen (TW), Max Beutlrock (TW), Erik Kloß, Simon Bareth (7), Laurenz Schroeder (2), Luis Barmetler (4), Max Seeholzer (2), Manuel Müller (1), Maximilian Bartalis (1), Paul Poth (1), Lukas Bareth (8), Noah Huber (4), Daniel John (12/2), Hannes Kasper (1), Felix Hofele (Trainer), Steffen Mazur (Trainer), Leo Steiner, Timo Markus, Simon Pfeiffer