24. März 2024 / Autor: / Kategorie: Herren 1

Es ist geschafft! Die Männer der SG Kempten-Kottern haben sich durch den 36:30 Heimsieg gegen den Eichenauer SV den großen Traum vom Aufstieg in die Landesliga erfüllt. Bei noch einem ausstehenden Spieltag können die Kemptener rechnerisch nicht mehr von der Tabellenspitze vertrieben werden.

Dank der Schützenhilfe des TSV Weilheim gegen den letzten verbliebenen Verfolger Würm-Mitte am vergangenen Wochenende war klar, dass die SG’ler aus eigener Kraft mit einem Punktgewinn gegen Eichenau alles klarmachen können. Die Anspannung vor dem ersten Titelendspiel war unter der Woche im gesamten Verein spürbar. Je näher der Samstag rückte, umso mehr wurde die Anspannung jedoch in pure Motivation und Vorfreude umgemünzt. Die Planungen für die potenzielle Meisterfeier liefen im Hintergrund auf Hochtouren, aber natürlich musste das Spiel zunächst gespielt und im besten Fall auch gewonnen werden. Die Mannschaft traf sich bereits Stunden vor dem Anwurf in der Halle zum gemeinsamen Mittagessen und zum letzten Einschwören. Kurz vor Spielbeginn fanden sich dann auch immer mehr Fans in der Westendhalle ein, bis um kurz vor 18:00 Uhr so gut wie alle Plätze restlos besetzt waren. Es war also eigentlich alles angerichtet für das bis dato wohl bedeutendste Spiel in der Karriere der zum Großteil noch jungen Akteure. Bevor es dann endgültig losging, wurden nun noch Hans-Josef „Jupp“ Scheller und Oliver Ahegger für ihre jahrzehntelange Arbeit im Verein geehrt. 

Mit dem Anwurf schien die Mannschaft das Ganze drumherum jedoch souverän ausblenden zu können. Mit vollem Fokus starteten sie in die Begegnung und eröffneten direkt mit einem spektakulären Kempa-Treffer von Urgestein Stefan Bielmeier und nahmen die Halle dadurch direkt mit. Aber auch Eichenau reiste hier mit einem Vorhaben an. Obwohl es für die Oberbayern tabellarisch um nichts mehr ging, wollten sie die große Party der Allgäuer verhindern und hielten bestmöglich dagegen. Die Folge war ein temporeiches Hin und Her, bei dem sich zunächst keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Nach 11 Minuten stand es 8:8. Jetzt zogen die Illerstädter aber zu einem kurzen Zwischenspurt an. Durch einige tolle Aktionen von Kapitän Simon Bareth, der für dieses Spiel extra sein Auslandssemester in Cadiz unterbrach und erst wenige Stunden vor Anpfiff in Deutschland gelandet ist, konnten sich die Kemptener bis zur 17. Minute auf 13:9 absetzen. Doch die Eichenauer ließen sich davon nicht nachhaltig beeindrucken und kamen durch ihre wurfgewaltigen Rückraumshooter immer wieder zu einfachen Torerfolgen. Bis kurz vor der Pause hielten die Illerstädter den Vorsprung relativ konstant. Die bessere Schlussphase im ersten Durchgang erwischten dann aber die Gäste und verkürzten nochmals zum Halbzeitstand von 18:16. In der Kabine sprach Trainer Felix Hofele die offensichtlichen Probleme in der Abwehr an. Zu oft stand der erfahrene Kreisläufer der Eichenauer komplett frei. Hier galt es, bessere Absprachen zu finden. Vorn musste er eigentlich nicht viel korrigieren. Dennoch ermahnte er seine Spieler nicht nachlässig im Abschluss zu werden und die zweiten 30 Minuten abermals mit vollem Tempo anzugehen und von Beginn an die hundertprozentige Überzeugung zu zeigen, dass man die Meisterschaft bereits heute eintüten will. 

Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit gestalteten sich ähnlich wie der Spielbeginn. Auf einen Treffer der Hausherren fanden die Eichenauer meist auch eine Antwort und so zogen die beiden Teams zunächst wieder im Gleichschritt voran (23:21 in der 38. Minute). Nun merkte man den Eichenauern jedoch langsam die schwindenden Kräfte an. Die SG auf der anderen Seite schien mehr und mehr befreit aufzuspielen. Trainer Hofele rotierte viel und so hatten die Spieler auf dem Feld immer genügend Luft, um ein gnadenloses Tempo gehen zu können. Lukas Bareth, Daniel John und Leo Steiner kamen durch ihre gut vorgetragene zweite Welle immer einfacher zu Durchbrüchen in der gegnerischen Defensive und so zu ebenso einfachen Torerfolgen. Bis zur 50. Minute konnten sich die Allgäuer auf 30:24 absetzen und so langsam begannen sowohl die Zuschauer als auch die Auswechselbank zu realisieren, dass die Meisterschaft inzwischen zum Greifen nahe ist. Die jungen Spieler behielten ihre Nerven. Auch die A-Jugendlichen Moritz Schimanek und Franz Schroeder konnten ihr Talent unter Beweis stellen und zeigten noch ein paar sehenswerte Aktionen in der Schlussphase. Die Zuschauer feierten ihre Mannschaft und je näher der Abpfiff rückte, umso höher kochte die Stimmung in der Halle. Als das Spiel drei Minuten vor dem Ende beim Stand von 35:30 bereits entschieden war, saß keiner mehr auf seinem Platz und die ersten Meisterschaftsgesänge wurden angestimmt. 

Als die Unparteiischen beim Stand von 36:30 abpfiffen, kannte der Jubel endgültig keine Grenzen mehr. Die sichtlich emotionalen Spieler lagen sich in den Armen und die letzte verbliebene Anspannung fiel ab. Nach und nach realisierten sie, dass das große Ziel, auf das viele von ihnen jahrelang hingearbeitet haben, nun endlich Realität ist. Nachdem sie sich wieder etwas gesammelt hatten, konnte die große Party beginnen. Die Mannschaftskasse wurde im Vorfeld geplündert und so standen als Dankeschön für den überragenden Support während der Saison dutzende Kisten Freibier für alle feierwütigen Zuschauer bereit. Der Vorsatz war die größte Party, die die Westendhalle je gesehen hatte. Dieses Vorhaben konnte Augenzeugenberichten zufolge auch genauso umgesetzt werden. Es wurde nicht nur viel Bier getrunken, sondern mindestens ebenso viel für Bierduschen verwendet, die ein oder andere Siegeszigarre wurde angezündet und das Tornetz als Andenken zerschnitten und unter den Spielern verteilt. Im Laufe der Nacht statteten sogar noch die Sportsfreunde aus Weilheim um Legende Carlos Bauer der Aufstiegsfeier einen kurzen Besuch ab. Die letzten Spieler verließen die Halle angeblich erst im Lauf des nächsten Tages.

Für die SG holten den Meistertitel:

Max Beutlrock (TW), Frieder Mari (TW), Philipp Schneider, Simon Bareth (5), Leo Steiner (3), Paul Poth (2), Moritz Schimanek (2), Daniel John (8), Stefan Bielmeier (3), Franz Schroeder (1), Simon Pfeiffer, Benedikt Steil (1), Noah Huber, Lukas Bareth (11/4)



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